Der Weg war ein Arschloch

Nach einer kühlen und feuchten Nacht erwachten wir heute morgen vor dem Wecker. Die Morgentoilette war schnell erledigt und so konnten die Taschen gepackt werden.

Als Uwe sein Rad etwas wegbewegen wollte, merkte er, dass hinten keine Luft mehr auf dem Reifen war. Sollten uns die Kinder einen Streich gespielt haben, die ich gestern Abend um kurz vor 10 unfreundlich anschaute, weil sie noch neben unserem Zelt lautstark Fußball spielten? Nein, es war tatsächlich ein Loch in Uwes Schlauch. Und das trotz unplattbaren Schwalbe Marathon Mänteln. Es ist schon komisch. Auf der allerersten Etappe gleich einen Platten. Davor ein paar Tausend Kilometer nix. Hilft nix. Da die Stelle direkt neben dem Ventil war, half auch kein flicken. Der Schlauch musste gewechselt werden.

Wir kamen um 9:20 los, nachdem wir noch das nasse Zelt eingepackt hatten. Es ging ab dem Start bergauf. Erwärmung ist ein ander mal. Insgesamt 17 km bis auf den Col Saint Martin. Ständig auf der viel befahrenen M2565, zunächst bis Saint-Martin-Vésubie. Dort kauften wir ein und besorgten für Uwe einen neuen Schlauch, in der Hoffnung, dass wir diesen nicht mehr benötigen im weiteren Verlauf unserer Alpenüberquerung. Zudem konnten wir unseren Reifendruck justieren. Wir hatten beide zu wenig Luft drauf. Erst um 11 nahmen wir den eigentlichen Aufstieg, der immer wieder weite Blicke über die Landschaft und bereits gefahrene Strecke bot.

Endlich auf der Alpenstraße.

Aus diesem Tal kamen wir. Und hinein ins Tal der Tinée.

Oben angekommen verhing eine Wolke die Straße. Es war sehr kalt und so beschlossen wir sofort die Abfahrt zu nehmen, um in wärmere Gefilde vorzudringen. In La Bolline, auf halber Höhe, machten wir Rast an einem Casino-Markt. Dort kaufte ich mir noch eine Cola und Uwe bekam kurz vor der Siesta des Ladens eine Zucchini geschenkt. Wir aßen ein Baguette mit Camembert und Jambon. Das füllte ordentlich und war sehr clever, da wir ab hier noch 40 Kilometer und weitere 900 Höhenmeter vor uns hatten. Die Abfahrt bis zur M2205 war der absolute Hammer. Über in den Felsen geschlagene Serpentinen und gigantische Ausblicke ging es wieder auf 400 m Höhe, 150 Meter unter der morgendlichen Ausgangshöhe.

Mittag in französischer Manier.

Die tolle Abfahrt mit rotem Gestein.

Ab hier sollte es 34 Kilometer bergauf gehen. Aber so gemein bergauf. Zwischen 2 und 6 %, teilweise hat man nicht gesehen, dass es überhaupt nach oben geht. Gemerkt hat man es aber. Uwe kommentierte von hinten. Hier einige Auszüge: „Scheiß Schaltung“; „Geil, es geht bergauf“; „Dieser Drecksfluss hier, ich kann ihn nicht mehr sehen“. Also absolute Topstimmung im Peleton. Mir tat auch so langsam der Po weh. Das Sitzfleisch war aufgebraucht. In Isola legten wir deshalb eine Espresso- und Oranginapause ein. Noch 13 Kilometer bis zum Ziel.

Der Charakter der Straße veränderte sich dramatisch. Der Fluss war jetzt links. 3 Kilometer vor dem Ziel kam eine schöne Hammerrampe mit bis zu 12 % Anstieg. Ein freudvoller Ausklang der heutigen Sportstunde. Egal, geschafft. 67 km, 1600 hm. Fast 5 Stunden auf dem Fakirspieß.

Im Ziel kauften wir für eine Bolo ein. Beim Fleischer ließen wir frisch 600 g Rindfleisch durch den Fleischwolf drehen. Dazu noch eingelegte Oliven und eine Riesenwurst für die nächsten Tage zum Mittag. Schlanke 21 Euro. Das wird richtig lecker, es muss!

Uwe in seinem Element beim Fleischer.

Da wir etwas gemütlicher unterwegs waren, verschieben sich die Ankunftszeiten. Wir waren erst 16:30 auf dem Campingplatz. Zelt aufbauen, Faszienrollen und Streching, duschen und kochen dauern auch ihre Zeit. Die Tage werden insgesamt länger, was an die Substanz geht. Trotzdem will ich gerne weiter schreiben, es wird nur alles etwas später.

Morgen geht es auf den Col de la Bonette, dem höchsten Punkt der gesamten Tour Bilbao-Berlin. Er ist aber nur der höchste, wenn wir nach dem Passschild noch abbiegen und einen unbefestigten Weg nach noch weiter oben nehmen. Wird gemacht! Bis morgen.

18 Kommentare

  1. Hey Lars, klar lesen wir fleißig deinen Blog und bangen mit. An den Fotos ist deutlich zu sehen, wie gut dir Uwe tut. LG an euch Katrin

  2. Stark!
    Und wie toll. Colmiane – da werden Erinnerungen wach. Ich kann mich noch erinnern, wie unglaublich „schön“ dieses Retortenörtchen war.
    Wünsch euch morgen einen sonnigen Aufstieg zur Cime de la Bonette. Vielleicht sollte Uwe sein Rad die letzten 40 Höhenmeter tragen. Sonst schlecht sich der Kiesel neben das Ventil.
    Auf eine grandiose Etappe zum Dach der Tour und eine ebenso atemberaubende Aussicht.
    Kette links!

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