Ullis gelungener Einstand mit ordentlich Montagne

Ab heute sollte ich wieder Begleitung bekommen. Das einsame Rumgegurke ist zwar eine Zeit lang ok, sollte jedoch nicht zu lange dauern. Darum freute ich mich!

Die Nacht verlief friedlich. Die Feuerwehrleute betranken sich sehr kultiviert. Die drei Jungs, die vorher noch einen unerfreulichen Mix aus Rammstein, den Prinzen, Böhsen Onkelz und Kuschelrock 15 hörten, drehten brav um 22 Uhr herunter. Ich lag schon vor 21 Uhr im Zelt und schaute Netflix. Stranger Things ist gerade aktuell. Lohnt sich!

Heut morgen war ich 6:30 Uhr wach. Mit allem drum und dran fuhr ich 7:15 Uhr nach Betzenhausen zum Dorfladen. Frühstück war direkt davor. Die Leute grüßten freundlich Gott und ein, zwei nette Gespräche mit Einheimischen waren auch noch drin.

Frühstück direkt vorm EDEKA/Dorfbäcker.

Ein stolzer Wallach auf dem Weg nach Betzenhausen. Also ich, nicht er.

7:30 Uhr war ich on the road. Um 11 Uhr war ich mit Ulli verabredet, in Bayreuth am Hauptbahnhof. Für 50 Kilometer klang das machbar. Wäre da nicht die Streckenführung gewesen. An Tagen, wenn gleich mal ein Wanderweg dabei ist, weiß ich, dass ich einen riesen Mist geplant habe. Dann fahr doch anders denkt ihr jetzt! Leider bin ich unflexibel. Auf dem Radcomputer kann ich spontan nichts umplanen. Mit Google wirds noch schlimmer. Also fahr ich dann manchmal spontan nur noch Hauptstraße.

Nach 2 Kilometern gleich mal sowas. Ein Wanderweg.

So sahen die besseren Wege aus.

Ich bewegte mich durch die Fränkische Schweiz. Ähnlich wie in der Sächsischen Schweiz ist hier Sandstein vorherrschend, der eine typische Vetwitterungsform hervorbringt, die typischen Sandsteinformationen, wie auf den Fotos zu erkennen.

Schotterwege entlang der Sandsteine.

Blick kurz vor Pottenstein.

Die Mariagrotte in den Stein gehauen.

Ich wurde ehrlich gesagt stinkesauer. Die Wege waren halsbrecherisch. Häufig folgte auf eine Abfahrt eine Kurve, um danach direkt mit 15 % nach oben zu steigen. Mit Schotter zehrte das äußerst. Nachdem ich die B2 querte folgten 2 Kilometer Anstieg über 20 % Steigung. Leider rutschte hier meine Kette immer wieder durch und ich hatte keine Lust mehr. Und der Pilgerweg nach Santiago war auch wieder ausgeschildert. Die Pottensteiner Himmelsleiter bestieg ich auch noch. Wenn ich schonmal hier oben war…Kurz vor Pottendorf oder wie das hieß stellte ich fest, dass ich auf einem Mountainbiketrail unterwegs war. Deshalb fuhr ich ab da bis Bayreuth die Hauptstraße 2163. Der Verkehr hielt sich in Grenzen.

Damit ihr mir das mit dem Pilgerweg auch glaubt.

Die Himmelsleiter.

Der Blick von oben war recht nett.

In Bayreuth kam ich kurz vor 11 Uhr an. 50 Kilometer und 800 Höhenmeter in den Beinen. Ich traf mich mit Ulli und seinem Papa Klaus. Der hatte ihn von Mühlhausen hierher gefahren. Beim Fleischer gabs für jeden 2 Leberkässemmeln mit ordentlich Senf. Wir konnten gestärkt auf die letzten 30 Kilometer gehen. Und die waren für Ulli gleich mal eine heftige Feuerprobe.

Gleich hinter der Stadt ging es bis Goldkronach in den ersten Anstieg. Und Ulli fuhr mir davon. Respekt dachte ich! Das Tier ist vorbereitet! Zwei logische Gründe für die Feuerfahrt schwebten in meinem Kopf. 1, Ulli machte den typischen Anfängerfehler und verschoss alles an der ersten Rampe. 2, ich roch nicht mehr so frisch. Oben angekommen erklärte Ulli Variante 3: er konnte in dem kleinen Gang nicht gut kurbeln. Hmmmm.

Zack, wech war er.

Bis Bischofsgrün fuhren wir einen schönen Radweg durch den Wald. Mit 4 % Steigung. Dort angekommen kehrten wir in einem Lokal ein. Hier war die Zeit stehen geblieben. Ein 81-jähriger Urbayer bediente uns. Seine Frau stand noch regelmäßig in der Küche. Die beiden besitzen den Laden seit 1972. Respekt! Auf die Frage, ob wir schon im Fichtelgebirge sind kam die Antwort: „Jawoll, mittendrin!“

Der Radweg nahe der B303 nach Bischofsgrün.

Es sollte uns der letzte Anstieg erwarten. Hinauf zur Schneebergstraße. Und der Track führte uns wieder auf den Mountainbiketrail. 21 % Steigung ließen Ulli schieben. Er hat leider keine ordentliche Bergübersetzung am Start. Es wird also schwer für ihn die nächsten Tage. Ich fragte 2 Einheimische, ob der Weg ok sei. „Kein Problem mit dem Fahrrad“. Irgendwas abfallen soll denen! Der Weg war die Hölle. Ein Wanderweg, der uns einiges abverlangte. Wurzeln, Steine, Sand. Das ganze Programm. Kurz vor dem Gipfelschild kehrten wir auf die Straße zurück und kamen oben an.

Fragen?

Machte keinen Spaß.

Wir kamen um 15:30 Uhr in Weißenstadt an. 89 Kilometer, 1500 Höhenmeter. Autsch! Heute Abend gibt es mein Signature-Menü. Würstchengulasch! Die Nacht wird feucht. Es soll schütten.

3 Kommentare

  1. Ulliiii, Willkommen auf der Tour und viel Spaß die nächsten Tage. Lars wird dich sicher genauso gut durchbringen wie mich.
    Dir Lars wünsche ich natürlich auch viel Freude und Geduld.
    Sehe ich etwa richtig Ulliiiii, keine Klickpedalen und Schuhe?

    • Uuuuuuweeee. Ulli fährt „the very best of Shimano“, da braucht es keine Klickpedale. Heute ist der erste Tag der Wahrheit, eine volle Etappe. Wir sind guter Hoffnung.

      Bis nächsten Freitag?

      • Na dann ist ja alles gut. Wir sehen uns sicher nächsten Freitag auf dem Mauerradweg bei uns in Baumschulenweg. Schreibe bitte nur wann du ankommst und ob du den Weg nach deiner Planung fährst.

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